Als die Wähler in Virginia den Plan der Demokraten genehmigten, die Kongressbezirke des Bundesstaates neu zuzuschneiden – als Vergeltung für die parteiischen Wahlkreismanipulationen der Republikaner zur Mitte des Jahrzehnts – griff Präsident Donald Trump zu seinem üblichen Vorwurf, die Wahl sei „manipuliert" worden. Enge Trump-Verbündete wie die rechtsextreme Aktivistin Laura Loomer erhoben ähnliche Behauptungen.
Die Republikaner in Virginia hatten davon jedoch offenbar nichts mitbekommen, wie The Bulwark berichtet.

„Zu keinem Zeitpunkt kamen Vorwürfe wegen Fehlverhaltens von tatsächlichen Republikanern vor Ort", schrieb Andrew Egger. „Niemand in der GOP des Fairfax County behauptete gestern irgendwelche Unregelmäßigkeiten. Parteivorsitzende Katie Gorka – Ehefrau des zweitrangigen Trump-Welt-Akteurs Sebastian Gorka – verurteilte den ‚hohlen, beschämenden Sieg' der Demokraten, erhob jedoch keine Betrugsvorwürfe. Als ich mich an die Kreispartei wandte, um ihre Antwort auf Trumps Vorwurf zu erhalten, antwortete sie nicht."
Darüber hinaus bemerkte Egger: „Ich wohne in Fairfax County, also bin ich zum Spaß beim Parteibüro vorbeigegangen, um zu sehen, ob dort jemand von Betrug gehört hatte: Das freundliche Paar an der Rezeption, mit dem ich sprach – Bob und Nancy Hoyler – sagte, dass ‚wir eigentlich nichts davon gehört haben.' (Bob fügte allerdings hinzu: ‚Die sagen uns sowieso nie etwas.')"
Das betreffende Referendum ermöglicht es den Demokraten, die aktuelle Karte Virginias, die durch einen überparteilichen Prozess erstellt wurde, durch eine zu ersetzen, die den Demokraten vier zusätzliche Sitze verschafft und nur noch einen einzigen Bezirk im gesamten Bundesstaat übrig lässt, der den Republikanern zugutekäme. Dies geschieht, nachdem Republikaner in Texas, North Carolina und Missouri ihre Karten auf Trumps Verlangen neu gezogen haben, um ihrer Partei zusätzliche Sitze zu verschaffen, und Kalifornien mit einem Referendum reagierte, das fünf GOP-Sitze zugunsten der Demokraten verschob.
Zum Redaktionsschluss hat ein rechtsgerichtetes Staatsgericht in Virginia das Referendum blockiert und dessen Zertifizierung oder Durchsetzung verhindert, doch wird weithin erwartet, dass der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates diese Entscheidung aufheben und das Referendum vorankommen lassen wird.

