Warren Buffett, 95, zog am 02.05.2026 bei der Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway in Omaha weltweite Aufmerksamkeit auf sich.
Der legendäre Investor, der nun als Vorsitzender fungiert, nachdem er im Januar als CEO zurückgetreten ist, hielt mit seinen Ansichten nicht zurück.
Er verglich den heutigen Aktienmarkt mit einem Casino, warnte, dass der US-Dollar nicht immun gegen galoppierende Inflation sei, und erklärte, warum Berkshire weiterhin auf einem Rekord-Bargeldbestand von über 373 Milliarden Dollar sitzt.
Während der Mittagspause verglich Buffett die Märkte mit „einer Kirche mit angeschlossenem Casino" und zog eine klare Trennlinie zwischen traditionellem Value-Investing und der wachsenden Begeisterung für kurzfristigen Optionshandel.
Er stellte fest, dass die Casino-Seite immer voller geworden sei. Die Beobachtung fiel in eine Zeit, in der die Märkte weiterhin eine starke Beteiligung von Privatanlegern an Spekulations-Instrumenten verzeichnen.
Buffett nannte Tages-Optionen als klares Beispiel. „Wenn Sie Tages-Optionen kaufen oder verkaufen, ist das kein Investieren, kein Spekulieren – das ist Glücksspiel", sagte er.
Er zitierte auch einen jüngsten meme-getriebenen Short-Squeeze bei einem alteingesessenen Mietwagenunternehmen als weiteren Beweis für die Stimmung. Die Episode spiegelte die von Privatanlegern getriebene Volatilität wider, die in früheren Jahren bei anderen angeschlagenen Unternehmen zu beobachten war.
Buffett fügte hinzu: „Die Menschen waren noch nie so stark zum Glücksspiel geneigt wie jetzt." Diese Einschätzung kam von einem Mann, der jeden großen Marktzyklus der vergangenen sechs Jahrzehnte miterlebt hat. Seine Sichtweise hat genau aufgrund dieser Erfahrung Gewicht.
Er erkannte auch seine eigenen Grenzen im aktuellen Umfeld an. Buffett sagte, er verstehe heute, gemessen am Gesamtmarkt, weniger Unternehmen als noch vor zehn Jahren.
Er stellte fest, dass jüngere Menschen, die mit neueren Branchen aufgewachsen sind, einen Vorsprung haben, den er nicht mehr besitzt. Dieses Eingeständnis erklärt teilweise, warum Berkshire beim Einsatz von Kapital weitgehend inaktiv geblieben ist.
Buffett warnte, dass die USA „nicht immun" gegen galoppierende Inflation seien, und verwies auf die Zeit kurz bevor Paul Volcker eingriff, um den Dollar zu retten.
Er beschrieb, wie Amerikaner damals zu 12 % Zinsen Kredite aufnahmen, um in Ackerland zu investieren, das nur 6 % einbrachte – einzig in der Überzeugung, der Dollar werde an Wert verlieren. Diese Denkweise führte zu weit verbreitetem finanziellem Ruin in Gemeinden quer durch Nebraska.
„Cash is trash" war damals die vorherrschende Mentalität, erinnerte sich Buffett, und wies darauf hin, dass große Farmer in Nebraska zusammenbrachen, weil sie über ihre Verdienstmöglichkeiten hinaus kauften und Zinssätze zahlten, die ihre Erträge nicht tragen konnten.
Er sagte, der Vertrauensverlust in eine Währung verwandle ein Land in etwas völlig anderes. Die Warnung zog klare Parallelen zu den aktuellen Bedingungen, in denen die Haushaltsdefizite erhöht bleiben.
Berkshires Bargeld- und Schatzwechsel-Position beläuft sich nun auf 373 Milliarden Dollar – eine bewusste Anhäufung, aufgebaut über Jahre disziplinierten Abwartens in teuren Märkten.
Buffett beschrieb Bargeld nicht als totes Gewicht, sondern als Optionalität – die Fähigkeit zu handeln, wenn andere es nicht können. Er sagte, Berkshire würde Kapital nur im Falle eines „großen" Rückgangs einsetzen, und machte damit deutlich, dass das aktuelle Umfeld diese Schwelle nicht erfüllt.
Auf die Frage nach einem bevorstehenden Crash zeigte sich Buffett gewohnt besonnen. „Wenn man sie kommen sähe, würden sie nicht eintreten", sagte er und deutete damit an, dass die größten Risiken immer jene sind, die unbemerkt bleiben.
Er verglich einen unerwarteten Schock mit dem Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand im Jahr 1914 – ein Ereignis, das niemand vorhergesehen hatte und das die Welt über Nacht neu gestaltete. Diese Analogie war eine Erinnerung daran, dass Vorbereitung, nicht Vorhersage, solides Investieren ausmacht.
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