Südkoreas Finanzaufsichtsbehörde (FSC) hat angeblich vorgeschlagen, dass die größten Aktionäre von Krypto-Börsen in Zukunft nur noch 15 bis 20 Prozent der Anteile besitzen dürfen. Diese neue Regel wurde am 30. und 31. Dezember bekannt und wirft nun einen Schatten auf die Zukunft der Branche im Jahr 2026.
Dieser Vorschlag verlangt von den Gründern und Kontrollaktionären der fünf führenden Krypto-Börsen in Korea, einen großen Teil ihrer Anteile zu verkaufen.
Die Ankündigung kam nur wenige Tage vor Jahreswechsel. Deshalb versuchen nun viele Unternehmen aus der Branche, die Folgen einzuschätzen. Eine lokale Nachrichtenagentur berichtete zuerst darüber am 30. Dezember, danach griffen es auch große Finanzmedien auf. Eigentlich wollten viele in der Krypto-Community das Ende eines weiteren erfolgreichen Jahres feiern. Doch nun sorgt sich die Branche, wie es mit den Besitzverhältnissen der Börsen weitergeht.
Mit dem geplanten „Digital Asset Basic Act“ möchte die FSC erreichen, dass Krypto-Börsen nicht mehr den Gründern, sondern der breiten Öffentlichkeit gehören – ähnlich wie alternative Handelsplattformen nach dem koreanischen Börsengesetz.
Die Folgen wären sofort und sehr deutlich:
| Börse | Größter Anteilseigner | Aktueller Anteil | Erforderlicher Verkauf |
|---|---|---|---|
| Upbit (Dunamu) | Gründer (Song Chi-hyung) | 25,52% | 5-10% |
| Bithumb | Bithumb Holdings | 73,56% | 53-58% |
| Coinone | Gründer (Cha Myung-hun) | 53,44% | 33-38% |
| Korbit | NXC | 60,5% | 40-45% |
| GOPAX | Binance | 67,45% | 47-52% |
Außerdem bedeutet der Vorschlag, dass es künftig ein vollständiges Lizenzsystem geben soll. Die Behörden wollen dann auch prüfen, ob große Anteilseigner geeignet sind – so wie sie es bisher nur von Banken und anderen Finanzfirmen verlangen.
Zwei besonders wichtige Pläne großer Unternehmen aus dem Krypto-Bereich in Korea könnten nun große Probleme bekommen.
Navers geplante Fusion mit Dunamu, durch die ein Finanz-Technik-Riese mit einem Wert von etwa 20 Billionen Won (rund 14 Mrd. USD) entstehen sollte, ist direkt betroffen. Denn nach den Vorschriften würde Naver Pay nicht wie geplant 100 Prozent von Dunamu übernehmen dürfen.
Auch Mirae Assets geplanter Kauf von Korbit steht auf der Kippe. Gerade wurde ein Vertrag mit den Hauptaktionären NXC und SK Planet unterschrieben. Beobachter sagen, dass es kaum Sinn ergibt, über 100 Mrd. Won zu investieren, wenn man nicht die Kontrolle über das Management bekommt.
Ein wichtiger Punkt im Vorschlag ist auch eine Lockerung der strengen Trennung zwischen traditionellem Finanzsektor und Krypto-Unternehmen in Korea.
Seit Ende 2017, als wegen eines spekulativen Booms starke Krypto-Regeln eingeführt wurden, gilt in Korea eine ungeschriebene Trennung: Banken, Versicherungen und andere Finanzunternehmen dürfen bislang nicht in Krypto-Firmen investieren oder mit ihnen zusammenarbeiten. Das sollte das alte Finanzsystem vor den Risiken der digitalen Coins schützen. Obwohl dieses Prinzip nie fest ins Gesetz geschrieben wurde, haben viele Banken sich aus der boomenden Krypto-Branche herausgehalten.
Nun meint die FSC, dass eine breite Streuung von Besitz und stabile Märkte nur möglich sind, wenn auch große Finanzunternehmen beteiligt sind. Deshalb könnten bald Wertpapierfirmen und Vermögensverwalter Anteile an Börsen kaufen. Das könnte außerdem die Einführung von Security Token und die Tokenisierung echter Vermögenswerte vorantreiben.
Die Betreiber der Börsen haben die Vorschläge stark kritisiert. Sie befürchten unter anderem, dass es dann keinen direkt verantwortlichen Mehrheitseigner mehr gibt. Das könne später dazu führen, dass bei Problemen niemand die Verantwortung übernimmt. Einige Experten finden, dass strenge Regeln für das Verhalten oder Stimmrechte besser wären als Pflichtverkäufe von Anteilen.
Außerdem gibt es Sorgen, dass die neuen Regeln für koreanische Börsen im Inland ausländische Konkurrenten stärken könnten. Dann könnten internationale Plattformen Marktanteile gewinnen, während die Börsen aus Korea noch mit ihrer Umstrukturierung beschäftigt sind.
Dieser Vorschlag aus Korea kommt zu einer Zeit, in der auch andere Länder in der Region Krypto-Börsen stärker regeln wollen. Indonesien hat die weltweit erste staatliche Krypto-Börse im Jahr 2023 gestartet. Dort ist es verboten, mehr als zwanzig Prozent an anderen Börsen zu besitzen. Auch Vietnam führt seit September 2025 ein neues Lizenzsystem ein: Firmen brauchen mindestens 378 Mio. USD Startkapital, und ausländische Eigentümer dürfen maximal 49 Prozent halten.
Korea geht jedoch noch weiter, da es nicht nur neue Regeln für neue Firmen plant, sondern auch die bisherigen Platzhirsche betrifft. Die Pflicht für Gründer, große Anteile zu verkaufen, ist einzigartig in der Krypto-Welt. Mit elf Millionen angemeldeten Nutzern schauen Regulierungsbehörden weltweit gespannt darauf, wie Korea versucht, von privaten Plattformen auf ein öffentliches System umzustellen.
Die FSC hat betont, dass der Vorschlag noch nicht endgültig ist. Verantwortliche sagen, dass Einzelheiten wie bestimmte Eigentumsgrenzen noch besprochen werden. Einige Rechtsexperten meinen zudem, dass eine Übergangszeit von fünf bis zehn Jahren möglich ist, damit sich alle langsam anpassen können.
Im Moment könnte die koreanische Krypto-Branche 2026 ihre größte Veränderung seit den ersten DEXes vor 13 Jahren erleben. Die nächsten Monate zeigen, ob dieser Wandel die Grundstruktur des Marktes stärkt oder die Dynamik stört, die Korea zu einem wichtigen Krypto-Standort gemacht hat.
Der Beitrag Südkorea will Krypto-Börsenbesitz begrenzen -große Deals in Gefahr erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.
