Der Kryptowährungsmarkt ist mit Volatilität vertraut, doch die kürzliche Einführung des NYC Token ($NYC) hat bei Investoren ernsthafte Warnsignale ausgelöst. Das Projekt wurde vom ehemaligen Bürgermeister von New York City, Eric Adams, beworben und als revolutionäres Werkzeug vermarktet, um Antisemitismus zu bekämpfen und Blockchain-Bildung zu finanzieren. Die Realität in den Charts erzählt jedoch eine viel dunklere Geschichte – eine, die einem klassischen Pump-and-Dump-Schema gleicht.
Am 12.01.2026 nutzte Eric Adams soziale Medien und den Times Square, um die Einführung des NYC Token anzukündigen. In einem energiegeladenen Video, das aus dem Heck eines Taxis aufgenommen wurde, behauptete Adams, der Token würde „das Spiel verändern" und prognostizierte, er würde „wie verrückt abheben".
Diese Prominentenempfehlung, gepaart mit einer Erzählung, die sich auf soziale Anliegen konzentrierte, führte zu einem sofortigen Nachfrageschub. Innerhalb von Minuten nach dem ersten Angebot schnellte die Marktkapitalisierung des NYC Token auf erstaunliche 580 Millionen US-Dollar. Investoren, getrieben von FOMO Emotionen ( Fear of missing out), strömten zu dezentralisierten Börsen, um sich ein Stück vom „digitalen Herzschlag New Yorks" zu sichern.
Die Aufregung war nur von kurzer Dauer. Wie die Handelsdiagramme zeigen, erreichte der Preis seinen Höhepunkt, nur um innerhalb der nächsten 30 Minuten um 80 % zu stürzen. On-Chain-Daten zeigten, dass der Crash nicht nur eine natürliche Marktkorrektur war. Die Blockchain-Analyseplattform Bubblemaps kennzeichnete verdächtige Aktivitäten: Eine digitale Wallet, die mit dem Entwicklungsteam des Token verbunden war, zog genau in dem Moment, als der Preis seinen Höhepunkt erreichte, etwa 2,5 Millionen US-Dollar an Liquidität ab.
In der Welt der dezentralisierten Finanzen wird dies oft als Rug Pull bezeichnet. Durch das Entfernen der Liquidität – dem Pool an Mitteln, der es Nutzern ermöglicht, zu kaufen und zu verkaufen – „zogen die Entwickler den Teppich" unter den Investoren weg und ließen sie mit Token zurück, die zu ihrem vorherigen Wert nahezu unmöglich zu verkaufen waren.
„Das ist ein so offensichtlicher Rug", bemerkte Nicolas Vaiman, CEO von Bubblemaps, in einem Interview mit Fortune.
Während das NYC Token-Team behauptete, der Abzug sei ein „Liquiditäts-Rebalancing" gewesen, um die hohe Nachfrage zu bewältigen, bleiben Experten skeptisch. Seriöse Projekte führen Rebalancing normalerweise schrittweise durch. Darüber hinaus warf die Struktur des Projekts mehrere Alarme auf:
Die NYC Token-Saga dient als harte Erinnerung an die Risiken, die mit von Prominenten unterstützten Memecoins verbunden sind. Bevor Sie in die nächste „große Sache" einsteigen, ist es entscheidend, eine Due Diligence durchzuführen.


