Als jemand, der sich seit Jahren intensiv mit Krypto, DeFi und digitaler Selbstbestimmung beschäftigt, verfolge ich die US-Regulierung besonders genau. Der Clarity Act ist für mich kein gewöhnlicher Gesetzesentwurf – er ist ein echter Meilenstein.
Warum? Weil er endlich Ordnung ins regulatorische Chaos bringen könnte, das viele Projekte und Entwickler seit Jahren ausbremst.
Der Clarity Act wurde bereits im Mai 2025 im US-Repräsentantenhaus eingebracht und genießt parteiübergreifende Unterstützung. Seit Herbst 2025 liegt der Entwurf beim US-Senat.
Dort arbeiten aktuell zwei Ausschüsse an unterschiedlichen Teilen des Gesetzes: einer zu bankennahen Themen (SEC), der andere zu Rohstoffen und Märkten (CFTC).
Das ursprünglich für den 15. Januar 2026 geplante „Markup“ – also die inhaltliche Überarbeitung und Abstimmung wichtiger Passagen – wurde verschoben. Damit verzögert sich die Chance, zentrale Änderungen am Gesetzesentwurf einzubringen.
Die endgültige Fassung wird entscheidend für die zukünftige Ausrichtung des gesamten Krypto-Ökosystems sein.
In den letzten Jahren war es für Entwickler, Nutzer und Unternehmen enorm schwer, rechtlich sicher zu arbeiten. Projekte wussten nie, ob ihr Token morgen plötzlich als Wertpapier gilt.
Entwickler fragten sich, ob sie für offenen Code haftbar gemacht werden könnten. Nutzer hatten keine Sicherheit, ob Selbstverwahrung (Self-Custody) langfristig erlaubt bleibt.
Genau hier setzt der Clarity Act an: Er schafft rechtliche Definitionen und Schutzräume – etwa für Noncustodial Wallets, Open-Source-Code und dezentrale Protokolle.
Einer der wichtigsten Punkte betrifft die Zuständigkeit: Wann ist ein Token ein Wertpapier (Security, also unter SEC-Aufsicht) – und wann ein Rohstoff (Commodity, also CFTC)? Der Clarity Act schlägt einen Übergangspfad vor.
Am Anfang, bei zentralisierten Projekten, gelten Token oft als Wertpapier. Entwickelt sich das Netzwerk aber weiter, wird dezentral und selbsttragend, kann ein Token zur Commodity werden.
Das bringt endlich Planungssicherheit – auch für mich als Investor.
Besonders wichtig finde ich den klaren Schutz für Entwickler, die lediglich Software schreiben oder bereitstellen, ohne Kundengelder zu verwalten. Sie sollen nicht mehr wie Banken behandelt werden. Auch dass Peer-to-Peer-Transaktionen ausdrücklich erlaubt bleiben sollen, ist ein großer Schritt.
Self-Custody ist für mich ein Kernprinzip von Krypto – und es braucht gesetzlichen Rückhalt.
Ein spannender Punkt ist der Kampf um Stablecoin-Rewards. Banken wollten erreichen, dass Zinsen auf Stablecoins generell verboten werden – der Clarity Act bringt hier einen Kompromiss.
Passive Zinsen auf bloßes Halten wären verboten, aber Rewards auf aktive Nutzung (z.B. in DeFi-Protokollen) wären erlaubt. Für mich ist das fair – und sichert gleichzeitig Innovation und Wettbewerb.
Für mich ist der Clarity Act kein perfekter Entwurf, aber ein großer Schritt nach vorn. Er bringt mehr Rechtssicherheit, schützt Entwickler und Nutzer und könnte den USA ermöglichen, im globalen Krypto-Wettbewerb wieder vorne mitzuspielen.
2026 wird kein bullisches Jahr, aber ein entscheidendes für die regulatorische Reife der Branche.
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Het bericht Clarity Act: Wie die USA Krypto endlich rechtssicher machen wollen verscheen eerst op Crypto Insiders.


