Changpeng Zhao, der Gründer der größten Krypto-Börse der Welt, Binance, hat gesagt, dass Krypto die Standardwährung für künstliche Intelligenz-Agenten wird. Das sagte er während einer Podiumsdiskussion beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Zusammen mit Führungskräften von der ING Group, BNY Mellon und der Primavera Capital Group erklärte CZ, wie Blockchain und künstliche Intelligenz zusammenkommen werden. Dadurch soll sich die Finanzwelt weltweit stark verändern.
CZ sieht künstliche Intelligenz als einen von drei neuen Bereichen, die den Finanzsektor grundlegend verändern werden.
Er betonte, dass heutige KI-Technik im Alltag noch kaum genutzt werden kann. „Die heutige KI ist noch weit davon entfernt, wirklich schlau zu sein – sie kann zum Beispiel keinen Flug buchen oder für dein Mittagessen bezahlen”, merkte er an. „Aber sobald sie an diesem Punkt ist, werden alle Zahlungen über Krypto laufen.”
Diese Vorhersage zeigt, wie sehr die Branche an dem Zusammenspiel von KI und Blockchain interessiert ist, da selbstständige Systeme immer häufiger einfache, programmierbare Bezahlwege brauchen.
Neben KI sieht CZ auch in Tokenisierung und im Zahlungsverkehr große Wachstumschancen. Im Bereich Tokenisierung spricht er gerade mit mehreren Regierungen.
Im Bereich der Zahlungen gibt es laut CZ aber noch Probleme. „Wir haben es probiert, aber es noch nicht geschafft”, gab CZ zu. „Um genau zu sein: Krypto hat sich im Zahlungsbereich noch nicht wirklich durchgesetzt.”
Trotzdem sieht er Fortschritte bei Lösungen, die klassische Zahlungswege mit Krypto kombinieren: Die Nutzer zahlen zum Beispiel mit Karte, in ihrem Wallet wird Krypto abgezogen und Händler bekommen herkömmliches Geld. „Sobald diese Brücken stehen, wird sich der Zahlungsverkehr komplett verändern”, so seine Prognose.
CZ hat auch gezeigt, wie groß Binance heute schon ist. Er nennt Zahlen, die zeigen, dass Krypto mittlerweile im Mainstream angekommen ist.
Die Börse hat weltweit 300 Millionen Nutzer – laut CZ ist das „wahrscheinlich mehr als jede Bank, die ich kenne”. Das Handelsvolumen war nicht nur größer als an der Börse in Shanghai. Es war zudem sogar höher als an der New York Stock Exchange im letzten Jahr.
Er nannte auch, dass Binance bei Marktturbulenzen stabil geblieben ist. Im Dezember 2023, nach der FTX-Pleite und anderen Krisen, zahlte Binance an einem Tag 7 Mrd. USD aus – ohne Unterbrechung. In der gesamten Woche waren es 14 Mrd. USD, trotzdem lief die Plattform weiter normal.
„Im Bankwesen kenne ich keine Bank, die so viele Auszahlungen aushalten kann”, sagte CZ. Er sieht den Grund dafür im vollen Reserve-Modell von Krypto – anders als das System der normalen Banken mit Teilreserven.
CZ gibt auch offen zu, was seiner Meinung nach wohl keine Zukunft hat.
Bitcoin-Zahlungen haben trotz mehr als zehn Jahren kaum Fortschritte gemacht. „Wenn du mich vor zehn Jahren gefragt hättest, hätte ich auf Bitcoin-Zahlungen gesetzt. Aber heute, nach einer Dekade, sind wir noch immer nicht weit gekommen”, meinte er.
Auch bei Memecoins ist er skeptisch. „Ich habe das Gefühl, Memes könnten einen ähnlichen Weg gehen” wie NFTs, die „riesig beliebt waren – und dann stark an Bedeutung verloren haben”. Manche Projekte wie Dogecoin könnten zwar bleiben, aber: „Ich denke, die meisten Memecoins werden nicht überleben.”
Auch Filialen von Banken werden aus seiner Sicht weniger gebraucht. „Die Nachfrage nach Bankfilialen wird stark zurückgehen”, sagte CZ. Er sieht als Grund, dass elektronische Identitätsprüfungen (KYC) und digitale Finanzdienstleistungen immer besser werden.
Beim Thema Regeln betonte CZ, dass die Krypto-Regulierung weltweit sehr verschieden ist. Binance besitzt 22 bis 23 Lizenzen – aber in vielen Ländern gibt es noch keine klaren Regeln.
Er wünscht sich dabei eine Art „Reisepass” für Lizenzen, sodass die Erlaubnis in einem Land auch in anderen gilt. Das sei leichter umzusetzen als neue weltweite Behörden zu schaffen.
Der Beitrag CZ in Davos: Krypto wird zur nativen Währung für KI-Agenten erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


