Die Zusammenarbeit von Ripple mit Mastercard ist in eine operative Phase eingetreten und signalisiert einen Übergang von der Experimentierung zur Live-Implementierung in der globalen Zahlungsinfrastruktur. Die Initiative integriert Blockchain-basierte Abrechnung direkt in Kartennetzwerke, einen Bereich, der historisch auf langsame Interbanken-Clearing-Prozesse angewiesen war. Branchenbeobachter betrachten diese Entwicklung als weiteren Beweis dafür, dass verteilte Ledger-Technologien (Distributed-Ledger-Technologien) zu einer grundlegenden Finanzinfrastruktur werden und nicht nur ein ergänzendes Werkzeug sind, das nur am Rande eingesetzt wird.
Der Übergang folgt auf ein Pilotprogramm, das Ende 2025 gestartet wurde und im Februar 2026 in die aktive Umsetzung überging. Mastercard hat bestätigt, dass echte Kreditkartentransaktionen nun über Blockchain-Systeme abgewickelt werden, anstatt über traditionelle stapelbasierte Clearing-Methoden. Während Verbraucher ihre Karten weiterhin auf die gleiche Weise verwenden, wurden die Abrechnungsprozesse hinter den Kulissen neu gestaltet, um Geschwindigkeit und Effizienz zu verbessern, ohne das Benutzererlebnis zu verändern.
Im Kern des Systems steht RLUSD, Ripples regulierter Stablecoin, der auf dem XRP Ledger operiert. Nachdem Mastercard eine Kartentransaktion autorisiert und die erforderlichen Bonitätsprüfungen abgeschlossen hat, erfolgt die Abrechnung innerhalb von Sekunden On-Chain. Dieser Ansatz ersetzt herkömmliche Clearing-Zyklen, die zwischen Finanzinstituten ein bis drei Tage dauern können, und reduziert Abrechnungsverzögerungen erheblich.
Die Gemini Credit Card, ausgestellt von WebBank, ist das erste Produkt, das mit dieser Struktur arbeitet. WebBanks Status als FDIC-versicherte Institution bietet regulatorische Aufsicht und stellt sicher, dass die Blockchain-basierte Abrechnung mit den US-Bankanforderungen übereinstimmt. Mastercard wendet weiterhin seine bestehenden Compliance- und Risikokontrollen an und integriert Blockchain-Infrastruktur, während etablierte Verbraucherschutzmaßnahmen und Streitbeilegungsmechanismen erhalten bleiben.
Diese Struktur demonstriert, wie Stablecoins als Abrechnungswährung innerhalb von Mainstream-Zahlungsnetzwerken fungieren können. Anstatt ein separates Krypto-Zahlungserlebnis einzuführen, bettet die Zusammenarbeit Blockchain-Funktionalität in vertraute Systeme ein und ermöglicht es Finanzinstituten, Effizienzvorteile zu erzielen, ohne kundenorientierte Arbeitsabläufe zu stören.
Die Führung von Mastercard hat die Ripple-Zusammenarbeit als Teil einer breiteren Strategie positioniert, die sich auf die Modernisierung der Abrechnungsinfrastruktur konzentriert. In diesem Rahmen werden Stablecoins als natives Abrechnungsinstrument behandelt, das schnellere Abstimmung bei gleichzeitiger regulatorischer Klarheit bietet. Das Unternehmen hat betont, dass diese Änderungen darauf ausgelegt sind, bestehende Kartennetzwerkregeln zu ergänzen, anstatt sie zu ersetzen.
Parallel dazu entwickelt Mastercard weiterhin andere Initiativen, die auf zukünftige Zahlungsmodelle abzielen. Dazu gehören Projekte wie Agent Pay, das KI-gesteuerte Transaktionsausführung innerhalb etablierter Zahlungsrahmen unterstützt. Zusammen deuten diese Bemühungen auf eine langfristige Vision hin, in der programmierbares Geld, automatisierte Agenten und Blockchain-Abrechnung innerhalb regulierter Finanzsysteme koexistieren.
Ripple hat ein stetiges Wachstum des RLUSD-Umlaufangebots gemeldet, das hauptsächlich durch die Nachfrage aus Zahlungs- und Abrechnungsanwendungen und nicht durch spekulative Aktivitäten getrieben wird. Bis Januar 2026 hatte das Umlaufangebot 1,3 Milliarden US-Dollar überschritten, was auf zunehmendes institutionelles Vertrauen in regulierte Stablecoins für operative Zwecke hinweist. Die Unternehmensführung hat darauf hingewiesen, dass dieses Wachstum eine breitere Akzeptanz der Blockchain-basierten Abrechnung unter Banken, Zahlungsanbietern und großen Unternehmen widerspiegelt.
Mit Blick auf die Zukunft schätzen Ripple-Führungskräfte, dass bis Ende 2026 ein bedeutender Anteil der Kapitalmarktabrechnungen On-Chain stattfinden könnte. Prognosen deuten darauf hin, dass zwischen 5 und 10 Prozent solcher Aktivitäten auf verteilte Ledger-Technologien (Distributed-Ledger-Technologien) angewiesen sein könnten, unterstützt durch unternehmenstaugliche Implementierungen ähnlich der Mastercard-Integration. Während diese Zahlen zukunftsorientiert bleiben, unterstreichen sie die Erwartungen, dass die Blockchain-Abrechnung innerhalb der traditionellen Finanzwelt weiter expandieren wird.
Die Ausführungsphase der Zusammenarbeit zwischen Ripple und Mastercard spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Finanzinstitute integrieren zunehmend Blockchain-Technologie in bestehende Systeme, anstatt separate, reine Krypto-Infrastrukturen aufzubauen. Dieser Ansatz ermöglicht es Unternehmen, Abrechnungsprozesse zu modernisieren, während sie regulatorische Aufsicht, Compliance-Rahmen und Kundenvertrauen beibehalten.
Während Mastercard seine Nutzung von On-Chain-Abrechnung ausweitet und agentengesteuerte Handelsmodelle erforscht, ist Ripples Infrastruktur als Verbindungsschicht zwischen traditionellen Finanzinstituten und krypto-nativen Netzwerken positioniert. Die Zusammenarbeit zeigt, wie Blockchain-Technologie schrittweise in globale Zahlungen integriert werden kann, und deutet auf eine tiefere Konvergenz zwischen traditioneller Finanzwelt und digitaler Vermögenswertinfrastruktur in den kommenden Jahren hin.
Der Beitrag Ripple and Mastercard Advance Blockchain Card Settlement erschien zuerst auf CoinTrust.


