Äthiopiens Gesamtinflationsrate sank im Oktober 2025 auf 9,7 Prozent, was eine deutliche Verlangsamung gegenüber den erhöhten Niveaus der Vorjahre darstellt und die Auswirkungen der jüngsten makroökonomischen Anpassungen und Strukturreformen unterstreicht, so offizielle Daten.
Die Mäßigung spiegelt sowohl straffere politische Rahmenbedingungen als auch Verbesserungen in der Nahrungsmittelversorgungsdynamik wider – zwei entscheidende Treiber des gesamten Preisdrucks.
Nach einer anhaltenden Phase hoher Inflation, die 2023 einen Höchststand von über 30 Prozent erreichte und während eines Großteils des Jahres 2024 erhöht blieb, hat Äthiopiens Inflationsentwicklung eine deutliche Verlangsamung gezeigt. Die neueste Zahl von 9,7 Prozent – berichtet von der nationalen Statistikbehörde des Landes und von politischen Entscheidungsträgern hervorgehoben – ist die niedrigste Rate seit mehreren Jahren. Der Rückgang spiegelt eine Kombination aus Nachfragemanagement, Anpassungen der Preismechanismen und strukturpolitischen Interventionen wider.
Die geldpolitische Straffung durch die Nationalbank von Äthiopien half, die Inflationserwartungen zu verankern, während fiskalische Maßnahmen und Bemühungen zur Liberalisierung des Devisenmarktes den Durchschlag externer Preisschocks reduzierten. Regierungsinitiativen zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Verbesserung der Nahrungsmittellogistik haben ebenfalls dazu beigetragen, eine der volatilsten Komponenten des Verbraucherpreisindex zu entschärfen.
Über die allgemeine Geldpolitik hinaus haben die äthiopischen Behörden eine Reihe von angebotsseitigen und institutionellen Reformen verfolgt, die darauf abzielen, das Funktionieren des Marktes zu verbessern. Dazu gehören:
Schritte zur Stärkung der landwirtschaftlichen Produktivität und Vertriebsnetze, um periodische Nahrungsmittelknappheit zu reduzieren;
teilweise Liberalisierung des Devisensystems, die die Transparenz bei der Preisgestaltung erhöht und Schwarzmarktdifferenzen reduziert hat;
gezielte Unterstützung für Schlüsselsektoren, die den Haushaltskonsum beeinflussen; und
stärkeres Engagement mit privaten Akteuren zur Verbesserung des Importangebots und der Wettbewerbsfähigkeit.
Diese Maßnahmen haben in Kombination mit einer strafferen Geldpolitik dazu beigetragen, die Inflationsdynamik mit umfassenderen makroökonomischen Stabilitätszielen in Einklang zu bringen.
Für Haushalte stellt die Rückkehr der Inflation in den nahezu einstelligen Bereich eine bedeutende Verschiebung dar. Die Nahrungsmittelpreisinflation – typischerweise der größte Treiber der Haushaltsausgaben – hat sich im Vergleich zu den Vorjahren abgeschwächt und hilft, einen Teil der realen Kaufkraft wiederherzustellen. Für Unternehmen verringern besser vorhersehbare Preise die Unsicherheit bei der Planung und dem Management der Inputkosten.
Eine niedrigere und stabilere Inflation gibt den politischen Entscheidungsträgern auch Spielraum, eine akkommodierendere Haltung bei den Zinssätzen in Betracht zu ziehen, obwohl die Behörden Vorsicht bei der Rücknahme der Straffung betont haben, bis sich der Desinflationstrend fest etabliert hat.
Äthiopiens Erfahrung spiegelt einen breiteren Trend in mehreren afrikanischen Volkswirtschaften wider, wo die Inflation nach Phasen erhöhten Preisdrucks, der mit globalen Rohstoffschwankungen und Wechselkursvolatilität verbunden war, zu moderieren begann. In den Märkten in Ost- und Südafrika ist die Gesamtinflation zurückgegangen, da sich die Währungsbedingungen stabilisieren und die Nahrungsmittelversorgungsbedingungen sich verbessern.
Dennoch bleiben Risiken bestehen. Nahrungsmittel- und Energiepreise sind immer noch anfällig für Wettermuster und globale Marktveränderungen, und strukturelle Engpässe in Logistik und Produktion können die Volatilität wieder einsetzen lassen, wenn sie nicht angegangen werden.
Die neueste Inflationsrate zeigt, wie eine Mischung aus politischer Straffung und Strukturreformen messbare Ergebnisse bei der Preisstabilisierung erzielen kann. Für Äthiopien wird die Aufrechterhaltung dieser Dynamik einen anhaltenden Fokus auf Produktivität, Handelswettbewerbsfähigkeit und nachhaltige geldpolitische Rahmenbedingungen erfordern.
Da die Regierung ihre Reformagenda intensiviert, kann die Mäßigung der Inflation ein stärkeres Vertrauen sowohl bei inländischen Unternehmen als auch bei internationalen Investoren unterstützen – eine notwendige Bedingung für langfristiges Wachstum und Stabilität.
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