Neue Daten zu Krypto-Hacks zeigen, wie schnell Angreifer in diesem Sektor Milliarden bewegen. In den meisten Fällen verlagern sie ihre Coins, bevor die Opfer den Vorfall überhaupt öffentlich machen.
Das ist das deutlichste Ergebnis aus Global Ledgers Analyse 2025 von 255 Krypto-Hacks im Wert von 4,04 Milliarden USD.
Die Geschwindigkeit ist auffällig. Laut Global Ledger wurden in 76 Prozent der Hacks Gelder verschoben, bevor der Diebstahl öffentlich bekannt wurde. In der zweiten Jahreshälfte lag dieser Wert sogar bei 84,6 Prozent.
Das bedeutet: Die Angreifer handeln meist noch, bevor DEXes, Analysefirmen oder Ermittlungsbehörden reagieren können. Allerdings zeigt die Geschwindigkeit nur einen Teil des Problems.
Auch wenn die ersten Überweisungen jetzt blitzschnell ablaufen, dauert die komplette Geldwäsche länger.
Im Durchschnitt brauchten Hacker in der zweiten Hälfte von 2025 etwa 10,6 Tage, um Gelder endgültig z. B. zu DEXes oder Mixern zu bringen. Zu Beginn des Jahres waren es noch circa acht Tage.
Zusammengefasst: Der Sprint wird immer schneller, aber der Marathon wird langsamer.
Dieses Muster zeigt sich, weil die Überwachung nach dem Bekanntwerden besser geworden ist. Sobald Vorfälle öffentlich werden, markieren DEXes und Blockchain-Analysefirmen verdächtige Adressen und achten stärker auf deren Transaktionen.
Deshalb teilen Hacker die gestohlenen Coins oft in kleine Portionen auf und schicken sie durch viele Stationen, bevor sie versuchen, auszuzahlen.
Hacking-Geschwindigkeit stieg, aber Krypto-Geldwäsche wurde langsamer. Quelle: Global Ledger
Brücken sind dabei zur Hauptstraße für die Geldströme geworden. Fast die Hälfte aller gestohlenen Gelder, etwa 2,01 Milliarden USD, floss über Cross-Chain-Brücken.
Das ist mehr als das Dreifache der Beträge, die über Mixer oder Privacy-Protokolle liefen. Allein im Bybit-Fall wanderten 94,91 Prozent der gestohlenen Gelder über Brücken.
Zur gleichen Zeit erlangte Tornado Cash wieder mehr Bedeutung. Das Protokoll wurde in 41,57 Prozent der Hacks im Jahr 2025 verwendet. Besonders in der zweiten Jahreshälfte stieg die Nutzung, nachdem sich laut Bericht die Sanktionslage geändert hatte.
Gleichzeitig sind direkte Auszahlungen an zentrale DEXes in der zweiten Jahreshälfte stark zurückgegangen. Dafür bekamen DeFi-Plattformen einen größeren Anteil der gestohlenen Coins. Die Angreifer meiden offensichtliche Ausgänge, bis die Aufmerksamkeit nachlässt.
Bemerkenswert ist außerdem: Fast die Hälfte der gestohlenen Gelder war zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht ausgegeben. Milliarden liegen also noch auf Wallets und warten womöglich auf die nächste Gelegenheit zur Geldwäsche.
Das Ausmaß bleibt groß. Ethereum war betroffen und machte Verluste von 2,44 Milliarden USD aus – das sind 60,64 Prozent der Gesamtsumme.
Insgesamt wurden in 255 Vorfällen 4,04 Milliarden USD gestohlen.
Die Rückgewinnung ist weiterhin gering. Nur etwa 9,52 Prozent der Summen wurden eingefroren und 6,52 Prozent waren zurückgegeben.
Insgesamt zeigt sich ein klares Muster: Angreifer sind in den ersten Sekunden eines Hacks blitzschnell.
Verteidiger reagieren erst später. Dadurch müssen Kriminelle die Geldwäsche langsamer und in mehreren Schritten durchführen. Das Wettrennen ist nicht vorbei – es beginnt nur ultraschnell, dauert am Ende aber oft viele Tage.
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