Eine neue Studie sorgt für Unruhe in der Kryptowelt. Laut dem Forschungsinstitut Iceberg Quantum ist deutlich weniger Rechenleistung eines Quantencomputers nötig, um die Bitcoin-Sicherheit zu knacken, als bisher angenommen. Die neue Schätzung liegt erheblich unter früheren Prognosen.
Die Schätzung stammt vom Forschungsinstitut Iceberg Quantum. Das Institut gibt an, dass ein Quantencomputer mit rund 100.000 sogenannten Qubits im Jahr 2026 die am häufigsten verwendete Verschlüsselung (RSA-2048) knacken kann. Solche Algorithmen schützen derzeit viele digitale Systeme, darunter die Bitcoin (BTC)-Blockchain.
Die vom Forscher Dr. Hugh Bitt veröffentlichten Zahlen zeigen einen klaren Trend. Zum Vergleich: 2012 gingen Experten noch von einer Milliarde Qubits aus. 2019 sank diese Schätzung bereits auf 20 Millionen. Die neue Prognose von 100.000 Qubits zeigt, wie schnell sich die Entwicklung vollzieht.
Die Anzahl der benötigten Qubits, um den SHA-2048-Algorithmus zu knacken. Quelle:
Ein gewöhnlicher Computer arbeitet mit Bits. Ein Bit lässt sich wie ein Lichtschalter vorstellen: Er ist entweder an (1) oder aus (0). Ein Quantencomputer verwendet Qubits. Ein Qubit ist vielseitiger: Es verhält sich wie ein Dimmer, der gleichzeitig an, aus und alles dazwischen sein kann. Dadurch kann ein Quantencomputer weit mehr Berechnungen gleichzeitig durchführen als ein normaler Computer, der alles Schritt für Schritt abarbeitet.
Diese enorme Rechenleistung macht Quantencomputer extrem gut darin, komplexe Codes zu knacken – eine Aufgabe, für die normale Computer Milliarden von Jahren benötigen würden.
Die Gefahr liegt im exponentiellen Wachstum. Das bedeutet, dass die Entwicklung nicht linear verläuft, sondern sich stetig beschleunigt. Vergleichbar mit einem Schneeball, der einen Hügel hinunterrollt: Er beginnt klein, wird aber immer größer und schneller.
Die neuen Zahlen lösen eine Debatte über die Dringlichkeit aus. Experten warnen, dass die Zeit drängt und die Bedrohung – angesichts des rasanten Rückgangs der benötigten Qubits – ernst genommen werden muss.
Andere mahnen zur Ruhe, darunter Brian Armstrong, der Chef der großen Kryptobörse Coinbase. In einem Interview mit CNBC erklärte er, „keinen Grund zur Beunruhigung“ zu sehen. Seiner Ansicht nach kann sich die Kryptowelt rechtzeitig an die neue Technologie anpassen.
Es geht um einen Wettlauf gegen die Zeit. Können Netzwerke wie Bitcoin ihre Sicherheit aktualisieren, bevor Quantencomputer die aktuellen Codes knacken? Ein solches Update wird als quantenresistentes Upgrade bezeichnet.
Einige Projekte arbeiten bereits intensiv daran. Das Ethereum-Netzwerk, bekannt für den Krypto-Coin Ether, hat beispielsweise bereits den Umstieg auf quantenresistente Technologie eingeleitet.
Dr. Bitt schließt seinen Beitrag mit einer beunruhigenden Frage:
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