Das Stablecoin-Zahlungsunternehmen KAST hat laut einer gestrigen Ankündigung 80 Millionen US-Dollar in einer Serie A Finanzierung aufgebracht, bei der das Unternehmen mit 600 Millionen US-Dollar bewertet wurde.
Die Runde wurde gemeinsam von QED Investors und Left Lane Capital geleitet, wobei auch die wiederkehrenden Investoren Peak XV Partners, HongShan Capital Group (HSG) und DST Global Partners teilnahmen. QED-Partner Sandeep Patil wird dem Vorstand beitreten.
KAST wurde im Juli 2024 gegründet und bietet auf USD lautende Konten und Zahlungskarten an, die auf Stablecoin-Infrastruktur statt auf traditioneller Korrespondenzbanken-Infrastruktur aufgebaut sind. Das Unternehmen gibt an, Benutzer in mehr als 190 Ländern zu bedienen.
Schnelles Wachstum
Laut Unternehmensangaben hat KAST über 1 Million Benutzer erreicht und verarbeitet ein annualisiertes Transaktionsvolumen von fast 5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen gibt an, dass sich die Einnahmen seit September 2025 verdoppelt haben und in diesem Jahr eine jährliche Laufrate von 100 Millionen US-Dollar angestrebt wird.
Falls zutreffend, impliziert die Bewertung von 600 Millionen US-Dollar ein 6-faches Forward-Umsatzmultiplikator, was mit aktuellen Fintech-Deals übereinstimmt, aber aggressiv für ein noch skalierendes Unternehmen ist.
KAST wurde von Raagulan Pathy gegründet, der laut seinen öffentlichen Profilen zuvor als Vice President von Circle für den asiatisch-pazifischen Raum und als CEO der Singapur-Aktivitäten tätig war. Vor Circle hatte Pathy regionale Unternehmensrollen bei Zoom und Facebook inne.
Wettbewerbsumfeld
KAST betritt einen überfüllten und schnelllebigen Markt. Stripe erwarb im Februar 2025 den Stablecoin-Infrastrukturanbieter Bridge für 1,1 Milliarden US-Dollar in einem Deal, der signalisierte, dass große Zahlungsakteure Stablecoin-Infrastruktur ernst nehmen. Das Volumen von Bridge vervierfachte sich Berichten zufolge nach der Übernahme, und Visa kündigte kürzlich Pläne an, Stablecoin-verknüpfte Karten über Bridge auf über 100 Länder auszudehnen.
PayPal betreibt seinen eigenen Stablecoin (PYUSD), während etablierte Fintechs wie Revolut und Krypto-native Unternehmen weiterhin Stablecoin-Funktionen hinzufügen. KASTs Herausforderung wird es sein, sich gegen gut kapitalisierte etablierte Unternehmen zu differenzieren, die nun aggressiv in denselben Bereich vordringen.
KAST plant die Expansion in Lateinamerika, Nordamerika und dem Nahen Osten – Regionen mit unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen für Stablecoin-basierte Finanzdienstleistungen. Das Unternehmen gibt an, die Erlöse für „Lizenzierung, Compliance, Produktentwicklung und Personalwachstum" zu verwenden und laut Ankündigung über 250 Mitarbeiter eingestellt zu haben.
Das regulatorische Umfeld für Stablecoins in den USA bleibt im Fluss, wobei der CLARITY Act im Kongress aufgrund von Regeln für verzinsliche Stablecoins in einer Sackgasse steckt. Wie KAST die Lizenzierung über mehrere Jurisdiktionen hinweg bewältigt, wird ein wichtiger Ausführungstest sein.
Investorenperspektive
QED-Mitgründer Nigel Morris bezeichnete Stablecoins als eine Technologie, die „das Potenzial hat, die Zukunft des Finanzwesens neu zu gestalten". Matthew Miller von Left Lane sagte, 2026 „könnte einen bedeutenden Wendepunkt" für verbraucherorientierte Stablecoin-Plattformen darstellen.
Solcher Optimismus folgt der breiteren Marktstimmung: Das globale Stablecoin-Transaktionsvolumen wuchs laut Artemis Analytics im vergangenen Jahr um 72 % auf über 33 Billionen US-Dollar, und die Transfervolumen erreichten im Februar laut Allium-Daten einen Rekord von 1,8 Billionen US-Dollar.
Ob KAST sich gegen größere, besser finanzierte Konkurrenten eine verteidigungsfähige Position erarbeiten kann, bleibt abzuwarten.


