EUR/JPY bleibt nach zwei Gewinntagen gedämpft und wird am Dienstag während der asiatischen Handelsstunden bei etwa 186,40 gehandelt. Das Währungspaar hält Verluste nach der Veröffentlichung der Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ).
Die Bank of Japan ließ ihren kurzfristigen Zinssatz nach ihrem zweitägigen Treffen am Dienstag unverändert bei 0,75%, was den Erwartungen entsprach. Die Entscheidung wurde mit 6–3 verabschiedet, wobei die Vorstandsmitglieder Nakagawa, Takata und Naoki Tamura abweichende Meinungen vertraten und eine Erhöhung auf 1,0% vorschlugen.
BoJ-Mitglied Nakagawa erklärte, dass die Lage im Nahen Osten zwar unklar bleibe, jedoch angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen die Risiken für die Preise unter akkommodierenden Finanzbedingungen nach oben gerichtet seien. Takata hingegen sagte, das Preisstabilitätsziel sei mehr oder weniger erreicht worden und die Preisrisiken in Japan seien bereits nach oben verzerrt, und zwar aufgrund der Zweitrundeneffekte von Preissteigerungen, die aus ausländischen Entwicklungen herrührten.
Ökonomen erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Politik beim Treffen am Donnerstag unverändert lassen wird und ihren Referenzeinlagensatz bei 2,0% beibehält, wo er seit Juni letzten Jahres geblieben ist.
EZB-Entscheidungsträger werden voraussichtlich angesichts der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit infolge des Nahostkonflikts eine abwartende Haltung einnehmen. EZB-Vertreter Martins Kazaks sagte letzte Woche, dass „wir noch den großen Luxus haben, Daten zu sammeln und unsere Einschätzung zu bilden."
Häufig gestellte Fragen zur Bank of Japan
Die Bank of Japan (BoJ) ist die japanische Zentralbank, die die Geldpolitik des Landes festlegt. Ihr Auftrag besteht darin, Banknoten auszugeben und Währungs- sowie Geldkontrolle durchzuführen, um Preisstabilität zu gewährleisten, was einem Inflationsziel von etwa 2% entspricht.
Die Bank of Japan verfolgte ab 2013 eine ultralockere Geldpolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation in einem niedriginflationären Umfeld anzuheizen. Die Politik der Bank basiert auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), also dem Drucken von Geld zum Kauf von Vermögenswerten wie Staats- oder Unternehmensanleihen zur Bereitstellung von Liquidität. Im Jahr 2016 verdoppelte die Bank ihre Strategie und lockerte die Politik weiter, indem sie zunächst negative Zinssätze einführte und dann die Rendite ihrer 10-jährigen Staatsanleihen direkt kontrollierte. Im März 2024 hob die BoJ die Zinssätze an und zog sich damit effektiv von der ultralockeren Geldpolitik zurück.
Der massive Stimulus der Bank verursachte eine Abwertung des Yen gegenüber seinen wichtigsten Währungspaaren. Dieser Prozess verschärfte sich 2022 und 2023 aufgrund einer zunehmenden politischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen wichtigen Zentralbanken, die sich dafür entschieden, die Zinssätze stark zu erhöhen, um jahrzehntelang hohe Inflationsniveaus zu bekämpfen. Die Politik der BoJ führte zu einer wachsenden Differenz gegenüber anderen Währungen, was den Wert des Yen nach unten zog. Dieser Trend kehrte sich 2024 teilweise um, als die BoJ beschloss, ihre ultralockere Geldpolitik aufzugeben.
Ein schwächerer Yen und der Anstieg der globalen Energiepreise führten zu einem Anstieg der japanischen Inflation, die das 2%-Ziel der BoJ überschritt. Die Aussicht auf steigende Löhne im Land – ein wesentliches Element, das die Inflation antreibt – trug ebenfalls zu dieser Entwicklung bei.
Source: https://www.fxstreet.com/news/eur-jpy-slips-below-18650-following-boj-policy-decision-202604280334








