Wenn wir hier in Europa über Krypto sprechen, dann geht es meistens um den Kurs. Ich ertappe mich selbst oft dabei, wie ich auf den Bildschirm starre und mich frage: „Wann mache ich endlich Gewinn?“
Doch je tiefer ich mich mit dem Thema beschäftige, desto klarer wird: Es gibt eine Realität, die wir selten sehen. 650 Millionen Menschen weltweit – viele davon in Afrika – blicken ganz anders auf Kryptowährungen.
Für sie ist Krypto nicht Spekulation, sondern Hoffnung. Hoffnung auf finanzielle Stabilität, auf Zugang zu einem System, das sie bisher ausschloss.
Ich habe durch das Weltwirtschaftsforum in Davos zum ersten Mal die Perspektive von Vera Songwe wahrgenommen. Als ehemalige UN-Wirtschaftskommissarin für Afrika betonte sie: Stablecoins sind für viele Menschen ein Sicherheitsnetz.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Während wir hier auf Preisbewegungen spekulieren, kämpfen andere gegen Inflation, mangelnden Bankenzugang und hohe Transaktionskosten. Für sie ist Krypto keine Wette – es ist Infrastruktur.
Ich erinnere mich gut, wie ich neulich im Supermarkt stand – 1,85 € für eine Gurke. Vor einem Jahr war es noch 1,50 €. Und das ist Deutschland, mit rund 2,2 % Inflation im Jahr 2025. In Ländern wie Nigeria liegt die Inflationsrate teils bei über 30 %.
Stell dir vor, du sparst Geld – und merkst nach ein paar Monaten, dass du dir davon kaum noch etwas leisten kannst. Diese Realität ist brutal.
In genau diesem Umfeld bekommen Stablecoins wie USDT oder USDC eine zentrale Rolle. Sie bieten Menschen eine stabilere Währungseinheit. Ein Dollar-Stablecoin, gespeichert auf dem Smartphone, wird plötzlich zum rettenden Anker.
In Nigeria zum Beispiel sehen wir eine regelrechte Flucht in digitale Dollar. Der Zusammenhang zwischen hoher Inflation und steigender Stablecoin-Nutzung ist eindeutig. Für Millionen ist das der erste verlässliche Wertspeicher überhaupt.
Eine Zahl hat mich besonders getroffen: 650 Millionen Menschen in Afrika haben kein Bankkonto. Kein Zugang zu Finanzdienstleistungen. Kein Online-Banking, kein Kreditrahmen. Und trotzdem: Viele besitzen ein Smartphone.
Genau hier kommt Blockchain ins Spiel. Denn über Krypto-Wallets entsteht auf einmal etwas, das sich wie ein Konto anfühlt – ganz ohne klassische Bank.
Statt veralteter Bankenstrukturen bauen Menschen direkt auf moderne Technologie. Über Stablecoins senden sie Geld, bezahlen Dienstleistungen oder sparen. Das ist kein „Bankenexit“ aus Protest – das ist ein Sprung in ein System, das für sie endlich funktioniert.
Und ich frage mich: Haben wir uns vielleicht zu sehr auf unser westliches Bankensystem verlassen, ohne zu erkennen, wie viele es nie erreicht hat?
Wusstest du, dass allein in Afrika jährlich rund 5 Milliarden US-Dollar durch ineffiziente Transaktionen verloren gehen? Wenn Unternehmen über Grenzen hinweg zahlen wollen, wird es kompliziert – und teuer.
Eine Zahlung von Ghana nach Kenia nimmt oft den Umweg über den US-Dollar, weil die direkte Liquidität fehlt. Für jeden Schritt fallen Gebühren an. Das ist absurd – und vermeidbar.
Blockchain-Technologie bietet hier konkrete Lösungen. Sie ermöglicht günstigere und schnellere Transaktionen – teilweise unter 1 % Gebühr. Projekte wie Ripple, Stellar oder Celo schaffen bereits heute neue Zahlungsschienen.
Ich sehe darin eine riesige Chance: Nicht nur für Afrika, sondern auch für uns. Denn die Innovation, die dort entsteht, könnte eines Tages auch unsere Systeme verbessern.
Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich glaube, dass wir mehr hinschauen müssen – abseits vom Chart, abseits vom Hype. Krypto ist für viele kein Spekulationsobjekt, sondern ein Werkzeug. Und vielleicht sollten auch wir es wieder mehr als solches verstehen.
Wenn dich solche Perspektiven interessieren, schau gerne auf meinem YouTube-Kanal vorbei – dort gibt’s regelmäßig Einblicke, die über den Tellerrand der Krypto-Charts hinausgehen.
Het bericht Krypto – Spekulation hier, Überleben dort verscheen eerst op Crypto Insiders.


